sidan uppdateras icke längre

V.g. se i stället

http://www.ejnar.se/3747/afghanistan.htm


Nur einer kam heim aus Afghanistan.

Ein Militärarzt namens William Brydon hielt sich in der Hütte eines afghanischen Hirten vor den grausamen Verfolgern verborgen. Der Paschtune versteckte den Schotten einige Tage und setzte ihn dann, nachdem Schüsse, Schreie und Wehklagen in Gandamack verstummt waren, auf ein Pony. Warum er Brydon gerettet hat, ist unklar. Vielleicht hatte er einfach Mitleid mit ihm.

Theodor Fontane hat von der Katastrophe vermutlich schon auf seiner ersten England-Reise, im Jahre 1844, gehört. Das Thema muss ihn zeitlebens beschäftigt haben, denn 54 Jahre später, kurz vor seinem Tod, schrieb er eine Ballade mit dem Titel "Das Trauerspiel von Afghanistan":

Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
"Wer da!" - "Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan."


Afghanistan! Er sprach so matt;
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Kommandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.


Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er atmet hoch auf und dankt und spricht:


"Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Kabul unser Zug begann,
Soldaten, Führer, Weib und Kind,
Erstarrt, erschlagen, verraten sind.


Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt."


Sir Robert stieg auf den Festungswall,
Offiziere, Soldaten folgten ihm all,
Sir Robert sprach: "Der Schnee fällt dicht,
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.


Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
So lasst sie's hören, dass wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,
Trompeter, blast in die Nacht hinaus!"


Da huben sie an und sie wurden's nicht müd,
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.


Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut wie nur die Liebe rufen mag,
Sie bliesen - es kam die zweite Nacht,
Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.


Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
Einer kam heim aus Afghanistan.

karta över Jalalabad i Afganistan samt Peshawar i Pakistan


Afganistan med omgivande länderen godtycklig gränsdragning: the Durand Line

Gold, Pistazien und Weintrauben

Dabei könnte Afghanistan ein blühendes Land sein. Zwar ist ein Großteil des Gebietes landwirtschaftlich nur schwer nutzbar, trotzdem waren Pistazien und Weintrauben in den siebziger Jahren die Hauptexportartikel. Und im Boden schlummern ungehobene Schätze: Große Mengen Kupfer, Gold, Erdöl und Erdgas könnten die Bevölkerung schnell zu Wohlstand bringen.

Noch in den sechziger Jahren schien die Entwicklung auf bestem Wege. Unter König Mohammed Sahir Schah erlebte das Land eine regelrechte Blütezeit. 1933 auf den Thron gekommen, gelang es ihm 40 Jahre lang das Konglomerat aus 50 ethnischen Gruppen und 20 Sprachen einigermaßen friedlich zusammenzuhalten. Mit Hilfe sowjetischer Investitionen förderte er die Kultur und brachte dem Land bescheidenen Wohlstand und Bildung.

Bei manchen seinen Untertanen weckte der liberale König einen so starken Drang nach mehr Demokratie, dass sein Schwager Daud Khan ihn 1973 stürzte und die Republik ausrief. Doch Daud ging zu weit. Er sagte der Loya Jirga, der Ältestenversammlung der Stämme, den Kampf an und legte damit Hand an eine kulturelle Wurzel des Landes. Die Zwangsmodernisierung provozierte — ganz ähnlich wie im Iran unter dem westlich orientierten Schah — wütenden Widerstand.

Das Grundmuster des kommenden Konflikts war damit schon gelegt — Traditionalisten, verwurzelt in der Stammeskultur, kämpften gegen Modernisten, denen ihre Gegner Verrat zugunsten äußerer Mächte vorwarfen. Die folgenden Wirren bahnten den sowjetischen Besatzern den Weg, die das Land in den Bürgerkrieg trieben, aus denen die Taliban 1996 als Sieger hervorgingen.

 

Källa: Der Spiegel, sept 2001

UppMapIslamHem 0Kumm om Afghanistan

URL:      http://ejnar.se/3747/afganistan.html
Update:   2005-12-03 no more